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„Ich habe eine Blockade“ – Ausrede oder Wahrheit?
Wie oft sagst du innerlich zu dir: „Ich bin blockiert“ oder „Ich habe eine Blockade“?
Und ja, oft gibt es da etwas, was uns gefühlt nicht weiterkommen lässt. Ganz häufig bei emotionalen Prozessen. Insbesondere wenn es darum geht, bewusst etwas zu verändern. Aber ob uns da wirklich etwas blockiert?
Ich selbst stand erst kürzlich vor einer solchen ‚Blockade‘. Auch ich habe zu mir immer wieder gesagt: „Ich bin blockiert“. Und ja, in energetischer Sicht kann der Energiefluss auf irgendeine Weise blockiert sein. Aber nie so, dass er gar nicht fließt. Für mich würde das implizieren, dass wir gar nicht mehr leben würden.
Aber was hat es nun mit diesen Blockaden auf sich?
Wenn „Blockade“ zur Erklärung wird
Meine Erkenntnis liegt dahingehend, dass wir diese Aussage oft dazu nutzen, unser Stillstehen auf eine bestimmte Art und Weise vor uns selbst zu legitimieren. Damit es sich besser anfühlt. Denn so lagern wir die Verantwortung über uns selbst aus, sodass wir mehr zum Opfer von Umständen werden, welche wir anscheinend nicht in der Hand hätten.
Das alles machen wir meinem Empfinden nach nicht bewusst. Glauben aber damit, unseren Selbstwert standfest zu halten. Auch wenn wir uns durch das ständige Vorschieben der vermeintlichen Blockade täglich wieder und wieder beweisen, dass wir es einfach nicht können.
Wenn man das so liest, klingt das erstmal absurd, oder?
Was aber meinem Empfinden und meiner Erfahrung nach auf der anderen Seite passiert: Irgendeine Form von Angst ist aktuell stärker als der Wille, etwas zu verändern. Und ja, es kann gut sein, dass im Bewusstsein der Wille da ist. Aber dass eben unterbewusst die Angst aktuell noch größer scheint. Die Angst vor dem Unbekannten.
Die anscheinende ‚Blockade‘ – alias das Bekannte – passt dann hier perfekt, um sich besser zu fühlen. Und ja, auf irgendeine Weise ist diese auch real. Das will ich damit gar nicht abstreiten. Weil jedes Gefühl, das wir haben, real ist.
Und was ist es dann wirklich?
Und was ist es dann, wenn es keine ‚Blockade‘ ist, und wie geht man damit um?
Wie oben beschrieben ist es meinem Empfinden nach ganz oft eine Art Selbstschutz. Weil uns das tiefere Eintauchen noch zu viel Angst macht. Aber die Benennung als Blockade verändert aktuell den Zustand nicht. Eher lässt sie ein Muster immer fester einfahren. Verfahren. Sodass ein Weiterkommen immer und immer schwieriger wird.
Da wir uns ständig einreden, dass wir ja „blockiert“ seien, macht uns das auf einer unbewussten Ebene irgendwie machtlos und nimmt uns unsere Selbstermächtigung.
Um es in einem Bild zu zeichnen
In einem Fluss liegen Steine. Durch jedes Unwetter bleiben zwischen den Steinen immer mehr andere Sachen hängen wie Äste und Laub und so weiter. Das Wasser wird immer mehr aufgehalten, wenn die Äste und Blätter alles „blockieren“, und der Fluss wird immer schwächer.
Indem wir nun immer wieder feststellen, dass vermutlich eben die Unwetter diesen Umstand verursachen – „ich bin blockiert“ –, aber uns nicht trauen hinzuschauen, wissen wir nie genau, was den Fluss anscheinend blockiert.
Nehmen wir das einfach als Gegebenheit hin, ohne zu hinterfragen oder genau hinzusehen, wird der Fluss vermutlich nicht einfach so wieder mehr ins Fließen kommen, oder?
Um diese verfahrene Situation wirklich zu lösen, bedarf es erstmals der Erkenntnis, dass die Äste, Blätter und anderes den Fluss stauen, sodass er nicht wirklich fließen kann. Um das herauszufinden, muss man erstmal hinschauen. Und ja, das kann im ersten Moment erschrecken.
Weil wenn sich ein großes Becken gebildet hat, wo viel Wasser staut, kann das auch erstmal überfordernd wirken. Weil … was passiert, wenn man in den Fluss steigt, den Stau löst und man vom angestauten Wasser komplett mitgerissen wird?
An dieser Stelle, um nicht ins Wasser zu steigen, bevorzugen wir oft einfach zu sagen: „Hier ist etwas blockiert“. Denn das macht wesentlich weniger Angst, als zu sagen, dass man eventuell vom Fluss mitgerissen werden könnte, sollte man die Blätter, Äste und so weiter lösen. Aber das löst das Problem ja nicht.
Die Angst benennen statt sie zu verdecken
Aus der Logik heraus bzw. aus der ferneren Betrachtung wüsstest du konkret, was zu tun ist, oder?
Genau, mal annehmen, dass hier etwas nicht stimmt, und das „Kind“ beim Namen nennen: „Ja, ich habe Angst, dass ich mitgerissen werde, wenn ich das entferne.“ Anstelle von „Etwas blockiert mich.“
So, und nun dieser Angst in die Augen sehen. Nicht sofort etwas lösen. Erstmal fühlen und dann einen kleinen Plan entwickeln, wie du nach und nach den gestauten Fluss wieder ins Fließen bringen kannst.
Vermutlich würdest du langsam Schritt für Schritt etwas entfernen, sodass das Wasser sanft wieder in den Fluss kommt und du nicht überrollt werden würdest. Natürlich ist die Angst noch da, aber mit jedem Schritt wird sie kleiner bzw. überwindbarer.
Von der Ohnmacht in die Handlungsfähigkeit
Das ins echte Leben umzumünzen bedeutet für mich: Erst wenn du bereit bist, nicht nur „blockiert“ zu sein, sondern auch klar deine Angst auszusprechen und damit auch für einen Moment zu sein, gibt es meinem Empfinden nach keine Blockade mehr.
Sobald das Bewusstsein darüber da ist, dass mehrheitlich Angst dahintersteckt, wir diese auch benennen und uns mal in dem Moment damit akzeptieren, wird aus etwas Unbenennbarem und Unbekanntem etwas Greifbares und Klares.
Und aus diesem Punkt heraus können wir erst wirklich handlungsfähig werden.
Also willst du dir deine Ängste eingestehen und Richtung Veränderung gehen oder dich lieber weiterhin selbst „blockieren“?
Vielleicht magst du dir folgende Fragen stellen und ganz ehrlich beantworten:
- Wo sage ich, dass ich blockiert bin, obwohl eigentlich Angst dahintersteckt?
- Wovor habe ich wirklich Angst, wenn ich ehrlich mit mir bin?
- Was wäre ein kleiner erster Schritt, den ich trotzdem gehen könnte?
- Wo mache ich mich selbst machtloser, als ich eigentlich bin?
- Was würde sich verändern, wenn ich die Angst benenne statt die Blockade?
Danke, dass du hier bist.
Deine Jasmin
Wenn du magst, begleite ich dich dabei, wieder mehr bei dir anzukommen, dich selbst klarer wahrzunehmen und einen Zugang zu dem zu finden, was in dir da ist. Besonders für feinfühlige, hochsensible Menschen oder für Menschen, die sich selbst und ihre Gefühle gerade nicht mehr wirklich greifen können oder sich diese als 'zu intensiv' anfühlen, kann es wertvoll sein, die eigene innere Orientierung zu stärken und sich im eigenen Erleben wieder sicherer zu verankern - im speziellen durch Energiearbeit. Hier kannst du mir auf WhatsApp schreiben. Oder du findest hier weitere Kontaktmöglichkeiten.

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